Die Gesetze der Thermodynamik gelten selbstverständlich auch für die von uns gefertigten Blockheizkraftwerke (BHKW). Diese wandeln sehr effizient, aber nicht als „Perpetuum mobile“ die im Erdgas enthaltene Energie üblicherweise in Strom und Wärme, bei besonderen Ausführungen auch in andere Energieformen (z.B. Druckluft, Kälte, Dampf) um. Wie aber kommen dann BHKW-Gesamtwirkungsgrade von über 100 % zustande?
Ursächlich für die Berechnung und Angabe von Gesamtwirkungsgraden über 100 % ist die Entwicklungsgeschichte der Wärme- und Energietechnik. Denn bis zur Erfindung des Brennwert-Kessels im Jahr 1982 wurde der Brennstoffverbrauch eines Aggregats ausschließlich mit dem Heizwert (bzw. unterer Heizwert Hi) des Brennstoffes angegeben. Der ca. 10 % höhere Brennwert (bzw. oberer Heizwert Hs) war mangels Nutzbarkeit der in diesem Wert mit enthaltenen Kondensationswärme irrelevant.
In den Folgejahren hat sich die Brennwerttechnik auch bei Blockheizkraftwerken zunehmend verbreitet, da sie bei ausreichend niedrigen Rücklauftemperaturen (möglichst unter 50 °C, idealerweise 30 °C oder weniger) ohne zusätzlichen Brennstoffeinsatz zusätzliche Wärmeleistung liefert. Weil der Brennstoffeinsatz jedoch weiterhin mit dem Heizwert angegeben wird und die vom Brennwert-Wärmetauscher erzeugte Wärmeleistung in den Gesamtwirkungsgrad einfließt, erreichen einige BHKW-Typen (und Heizkessel) durch Brennwertnutzung Gesamtwirkungsgrade von über 100 %. Bei Angabe des Brennstoffbedarfes nach dem Brennwert läge der (nur theoretisch erreichbare) Höchstwert entsprechend der physikalischen Grenzen bei 100 %.