Gasmarkt im Umbruch – zukunftssichere und wirtschaftliche Brennstoffversorgung für BHKW

Blockheizkraftwerke (BHKW) benötigen Gas, um hocheffizient Strom und Wärme zu erzeugen. Insbesondere die dynamische Entwicklung auf dem Gasmarkt stellt Entscheidungsträger vor die Frage, ob die Investition in ein vom Gasnetz versorgtes BHKW zukunftssicher und wirtschaftlich ist. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass diese Frage nicht nur bejaht werden kann, sondern der Einsatz von dezentralen BHKW unter den aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich attraktiv und energiepolitisch geboten ist.

Diversifizierung der Gasversorgung
Einer als Reaktion auf Wirtschaftssanktionen gegen Russland befürchteten Gasknappheit im europäischen Verbundnetz konnte zuvorgekommen werden, indem Gaslieferungen über Pipelines zunehmend durch Importe von LNG (Liquefied Natural Gas) ersetzt werden. Die dafür notwendige Infrastruktur an LNG-Terminals, von denen europaweit bereits 37 bestehen, wird jetzt auch in Deutschland mit einem im Bau befindlichen und drei weiteren geplanten LNG-Terminals ausgeweitet. Es gelang nicht nur, den Anteil Russlands an nach Deutschland importiertem Erdgas deutlich von 55 % noch im Februar auf 35 % im Mai 2022 zu senken, sondern auch gleichzeitig den Füllstand der Gasspeicher von 29 % im Februar so deutlich zu steigern, dass er Anfang Juni 50 % überschritt. Das Ziel eines Gasspeicherfüllstandes von 90 % im November wird somit aller Voraussicht nach erfüllt und die Versorgungssicherheit auch mittelfristig gewährleistet, unabhängig vom weiteren Verhalten Russlands.

Weitere Informationen rund um Erdgas und alternative Brennstoffe für BHKW finden Sie auch in unserem neuen Informationsblatt  Gasversorgung von Blockheizkraftwerken)

Energiepreise und Wirtschaftlichkeit
Der durchschnittliche Gaspreis am europäischen Terminmarkt war bereits in der zweiten Jahreshälfte 2021, also noch vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine, von etwa 3 auf 10 ct/kWh angestiegen und ist seither sogar wieder geringfügig gesunken auf ca. 9 ct/kWh. Im gleichen Vorjahreszeitraum verdreifachte sich auch der Strom-Börsenpreis von 7 auf 22 ct/kWh und sank im Mai 2022 ebenfalls wieder leicht auf 18 ct/kWh. Der für die Eigenwirtschaftlichkeit des BHKW-Betriebes entscheidende Spark-Spread, also die sich aus Strom- und Wärmeerlös abzüglich Gaskosten ergebende Bruttomarge, hat sich durch diese Entwicklungen deutlich vergrößert. Das höhere Niveau der Energiepreise hat zudem zur Konsequenz, dass die Anschaffungs- und Wartungskosten von BHKW weniger ins Gewicht fallen. Die Wirtschaftlichkeit von BHKW-Anlagen ist dementsprechend gestiegen. Gerne veranschaulichen unsere Vertriebsingenieure dies anhand projektspezifischer Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen.

Die absehbar hohen Strompreise senken hingegen die Attraktivität elektrischer Wärmepumpen, deren Effizienz bzw. Arbeitszahl in der Praxis, insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen und hohen Heizwassertemperaturen, oft erheblich unter den bei Idealbedingungen ermittelten Angaben liegt.

Nachhaltigkeit und Effizienz
Die Energiewende muss inklusive Ausstieg aus Atom- und Kohlekraft fortgeführt werden. Um dabei weiterhin eine zuverlässige Energieversorgung zu gewährleisten, müssen nicht nur die erneuerbaren Energien massiv ausgebaut, sondern auch deren fluktuierende Stromeinspeisung durch regelbare Erzeuger abgesichert werden. Niedrige Gaspreise haben für diese Aufgabe den Einsatz von Gaskraftwerken „auf der grünen Wiese“ ohne Wärmenutzung begünstigt, die jedoch deutlich ineffizienter sind als dezentrale BHKW. Hier ist zu erwarten, dass höhere Gaspreise zu einem sorgsameren, effizienteren Umgang mit Gas führen. Gerade in der kalten Jahreszeit, in der sogenannte „Dunkelflauten“ (also Perioden in denen wenig Solar- und Windstrom erzeugt wird) eher die Regel sind als die Ausnahme, kann von BHKW-Anlagen bereitgestellte Wärme hervorragend genutzt und gleichzeitig Residuallast für den Strommarkt bereitgestellt werden.

Die Umstellung auf erneuerbare Gase und grünen Wasserstoff erfährt durch aktuelle Entwicklungen zusätzliche Dynamik und führt langfristig zu einer Dekarbonisierung aller KWK-Anlagen. Alle von uns gebauten BHKW können in den kommenden Jahren, beispielsweise im Rahmen einer Generalüberholung, auf reinen Wassserstoffbetrieb umgerüstet werden.

Zusammengefasst lässt sich festhalten: Die Investition in gasbetriebene BHKW gerade im heutigen Umfeld ist eine wirtschaftlich lukrative und energiepolitisch sinnvolle Investition, die morgen Teil einer zu 100 % aus erneuerbaren Energien gespeisten Energieversorgung ist.

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